EEG-Förderung läuft aus – was passiert nach 20 Jahren Einspeisung mit der PV-Anlage?

Die Förderung für Einspeiseanlagen läuft für die ersten Photovoltaikanlagen zum Ende des Jahres aus. Nach 20 Jahren EEG-Förderung stellt sich den Anlagenbetreibern nun die Fragen wie es danach weiter geht, soll die Anlage stillgelegt werden oder lohnt sich der Weiterbetrieb.

Alle Anlagenbetreiber in Ahaus, die das betrifft, werden von uns über ihre möglichen Optionen informiert.

Option 1:   Direktvermarktung (= 100% Einspeisung)
Um Ihren Solarstrom wie gehabt zu 100% in das öffentliche Netz einspeisen zu können, muss ein Vertrag zur Stromvermarktung z.B. mit den Stadtwerken Ahaus geschlossen werden. Mit dem Abschluss dieses Direktvermarktungsvertrages übernehmen wir den Strom aus Ihrer Anlage in unseren Bilanzkreis, verpflichten uns zur Regelung der Ausgleichsenergierisiken und vermarkten Ihren Solarstrom lokal. Denn ab 2021 bieten wir allen Ahausern einen Lokalstrom-Tarif an.
Sie behalten volle Planungssicherheit durch einen fixen Vergütungssatz über die gesamte Vertragslaufzeit.

Option 2: Umstellung der Anlage auf Eigenverbrauch
Sofern Sie Ihren Solarstrom noch nicht selbst verbrauchen, sind hierfür technische Anpassungen Ihrer PV-Anlage notwendig (vgl. Messkonzept Überschusseinspeisung). Die Anschaffung eines Batteriespeichers wäre eventuell zu berücksichtigen.
Sie generieren eine Kostenersparnis durch den teilweisen Wegfall von Steuern und Umlagen für den Eigenverbrauch. Bitte beachten Sie, dass auch bei dieser Option ein zusätzlicher Direktvermarktungsvertrag für die Überschusseinspeisung mit den Stadtwerken Ahaus notwendig ist, da Eigenerzeugung und Eigenverbrauch nicht immer deckungsgleich sind.

Grundsätzlich gilt für beide Optionen:

  • Es ist nicht möglich Ihren Solarstrom nach Ende der Förderung ohne neue Regelung weiter ins öffentliche Netz einzuspeisen.
  • Es empfiehlt sich eine technische Prüfung der Anlage und des Daches durch einen Elektriker/Dachdecker/Gutachter. Dieser Anlagencheck von Modulen, Wechselrichtern, Verkabelung, Gestell usw. kostet einmalig ca. 200 – 400 €.
  • Die Erträge Ihrer PV-Anlage (Post EEG) sollten Ihre Weiterbetriebsinvestitionen zuzüglich laufender Betriebskosten und Ihrer Renditeerwartung decken.

Welche der vorstehenden Möglichkeiten für Sie die richtige ist, bleibt individuell zu berechnen. Wir gehen davon aus, dass die günstigste Option für die meisten unserer Ahauser PV-Anlagenbetreiber eine Kombination aus Eigenverbrauch und Direktvermarktung sein wird.

Bei Fragen zu dem Thema können Sie gerne unseren Kundenservice ansprechen.

 


Erstellt am 22. Juli 2020
Kategorie: Aktuelles