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2011-12-26 Wirtschaft und Schule als Partner |
AHAUS. „Ist Gewinnmaximierung ethisch?" Und wie funktioniert das menschliche Auge? Zwei von vielen Themen, die Ahauser Unternehmen als Unterricht in den hieisigen Schulen anbieten, und zwei Angebote, die jetzt auch angenommen wurden: Das Projekt „Wirtschaft und Schule als Partner in Ahaus" nimmt gerade Fahrt auf und befindet sich voll in der Umsetzungsphase.
Nachdem sich im Herbst viele Unternehmen und Schulen aus Ahaus auf der neu eingerichteten Internetplattform registriert haben, mündet das Projekt nun in die konkrete Umsetzung. Schulen und Unternehmen gehen aktiv aufeinander zu und verbessern ihre Zusammenarbeit. An der Canisiusschule, an der Franziskusschule und an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Hauptschule haben Unternehmen bereits Unterrichtseinheiten gestaltet. Zwei Kurse der Jahrgangsstufe 8 des bischöflichen Gymnasiums fanden dabei im Unterrichtsfach „Wirtschaft und Gesellschaft" (Fachlehrer: Myriam Ostendarp und Jürgen Torka) Antworten auf die schwierige Frage: „Ist Gewinnmaximierung ethisch?" Den Unterricht gestaltete Rendel Pietsch, verantwortlich für den Bereich Ausbildung bei der Firma Kurt Pietsch GmbH & Co. KG, einem der größten Unternehmen der Stadt und führender Großhändler für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik. Die Schüler erfuhren von der engagierten Führungskraft, wie ein Unternehmen der Größe Pietsch mit diesem Thema umgeht, wie es den Spagat zwischen erforderlichem wirtschaftlichen Wachstum einerseits und sozialer Verantwortung andererseits hinbekommt.
Positive Resonanz
„Die Schülerinnen und Schüler haben das Thema mit größtem Interesse aufgenommen", zog Rendel Pietsch nach dem Unterricht ein positives Fazit. Und für die Fachlehrerin Myriam Ostendarp war die Unterrichtseinheit mit so deutlichem Praxisbezug ein Gewinn: „Es ist wichtig, dass die jungen Menschen in der Schule sehen, wie es draußen in der realen Arbeitswelt zugeht und welche Bedeutung das, was wir im Unterricht behandeln, in der Wirtschaft auch tatsächlich hat." Pietsch und Ostendarp hatten sich im Vorfeld über die Unterrichtseinheit abgestimmt und sie dann kurzfristig umgesetzt. Ähnlich erfolgreich war die „Premiere" der Unterrichtseinheit „Das Auge verstehen lernen", mit der das Augen-Zentrum Nordwest im Biologieunterricht einer neunten Klasse der Franziskus-Hauptschule aufwartete. Die Augenärztin Anastasia Zywien schaffte es, ein hochkompliziertes Thema sehr anschaulich zu vermitteln und die Schüler in den Bann zu ziehen. Die vielen Wortmeldungen und Nachfragen zeigten, wie sehr sich die jungen Menschen auch für dieses Thema interessieren. Eine Doppelstunde Deutsch gab Christoph Almering, Pressesprecher der Stadt Ahaus, an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Hauptschule in Alstätte. Die Schüler der Klasse 7b, die das Thema „Zeitung" gerade im Deutschunterricht bei Schulleiterin Anneliese Vortkamp durchnehmen, erfuhren aus erster Hand, wie man als Journalist eine Nachricht schreibt und dass man diese Fähigkeit durchaus öfter im Leben einsetzen kann.
Viele Perspektiven
Möglichkeiten bieten sich etwa für die Öffentlichkeitsarbeit im heimischen Sport- oder Musikverein oder vielleicht sogar später als Redaktionsassistent oder freier Mitarbeiter bei einer Zeitung. Ebenfalls an der Alstätter Hauptschule gab Klaus Ikemann, Geschäftsführer des Gartencenters Hilgert, im Fach Mathematik einen Einblick in Welt der Prozentrechnung – „eine tägliche Aufgabe im Handel", wie Ikemann vor den Schülern betonte, die somit schnell erkannten, warum diese Rechenart im Arbeitsalltag so wichtig ist. Auch an anderen Stellen werden gerade intensiv Kontakte zwischen Schulen und Unternehmen geknüpft. Die Stadtwerke beispielsweise haben jüngst die „Berufs-AG" (achte Klassen) der Realschule im Vestert zu einem Besuch empfangen, nachdem Marketingleiterin Daniela Bomers und Lehrer Dirk Schütte bereits bei der Auftaktveranstaltung „Wirtschaft und Schule als Partner in Ahaus" ins Gespräch gekommen waren. www.wirtschaft-und-schule-in-ahaus.de

Quelle: Münsterland Zeitung 26.12.2011 |