Die Nutzung des Wassers zur Energieerzeugung hat eine lange Tradition. Wasserkraft wurde schon früh zum Antrieb von Arbeitsmaschinen oder Mühlen genutzt.
Der Strom aus Wasserkraft, der in das Netz der Stadtwerke Ahaus eingespeist wird, kommt aus einer solchen Mühle, die um eine Wasserkraftanlage mit 16 Kilowatt Leistung erweitert wurde. Die „Haarmühle“ nutzt so die Fließenergie der Ahauser Aa seit Mai 2000 auch zur Erzeugung von CO2-freiem Strom.

Da in Deutschland bereits alle für Großkraftwerke geeigneten Standorte genutzt werden, gewinnen solche Kleinanlagen zunehmend an Bedeutung. Ein wichtiger Vorteil der „Haarmühle“ ist, dass sie eine schon bestehende Anlage nutzt. Denn der Bau eines neuen Wasserkraftwerks bedeutet immer erhebliche Eingriffe in die Natur. Ergänzende Maßnahmen zum Schutz der Umwelt sind beispielsweise die Errichtung von Fischtreppen oder die zusätzliche Zuführung von Sauerstoff in das Wasser zur Unterstützung der Gewässerökologie.
Die Funktionsweise eines Wasserkraftwerks ist leicht erklärt: Die Bewegungsenergie des Wassers wird über Turbinen in Rotationsenergie und dann über angeschlossene Generatoren in elektrische Energie, also Strom umgewandelt.
Es gibt drei Arten von Wasserkraftwerken. Speicherkraftwerke nutzen die Fallenergie des Wassers zum Beispiel von einem höher gelegenen Speichersee in ein tiefer gelegenes Wasserkraftwerk. Der Vorteil dieser Kraftwerke ist, dass sie spontane Strombedarfe kurzfristig decken können. Ein Laufwasserkraftwerk gebraucht demgegenüber die Strömungsenergie des Wassers in Flüssen oder Kanälen, ohne Kapazitäten für Hochlastzeiten speichern zu können. Ein Pumpspeicherkraftwerk nutzt nächtliche Überkapazitäten an Strom, um Wasser aus einem niedrigen in ein höher gelegenes Speicherbecken zu pumpen, von wo aus es bei Bedarf wieder zur Stromerzeugung in Hochlastzeiten abgelassen werden kann.
Der aus Wasserkraft gewonnene Strom hat einen Anteil von knapp einen Viertel an der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Durch die Nutzung der Wasserkraft können in Deutschland jährlich rund 22 Millionen Tonnen (Stand 2007) des klimaschädlichen CO2 eingespart werden.
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